Definition des High-Enders

(lat.: admirator sonituum optimorum)

Der High-Ender ist genügsam. Sein Hörraum und die Anlage sind ihm heilig. Alles andere erscheint ihm zweitrangig, sei es nun seine Lebensgefährtin, sein Erscheinungsbild oder seine sonstigen materiellen Güter. Falls nicht anders möglich verzichtet er zugunsten seiner Leidenschaft konsequent auf einen unnötig aufwendigen Lebensstil.

 

Der High-Ender hat seine eigene Religion. Sein Gott ist die Musik, seine Kirche der Hörraum, sein Altar das HiFi-Rack sowie sein Opferstock der Ladentisch des Händlers. Er glaubt an die schöpferische Kraft namhafter Pioniere wie Dan D’Agostino, Gayle Sanders oder David A. Wilson, um nur einige zu nennen.

 

Der High-Ender ist ein Detektiv. Bei seinen häufigen Tests geht er mit Geduld, Ehrgeiz und Akribie kleinsten Klangveränderungen auf den Grund, sucht nach möglichen Ansätzen zur Steigerung der Authentizität und ermittelt jedes Mal erneut das schwächste Glied in der Kette.

 

Der High-Ender ist verschwiegen. Er braucht nicht mit seiner Anlage herum zu prahlen. Überhaupt bedeuten ihm Statussymbole wenig, schliesslich bleibt seine Gerätschaft ja sowieso der Öffentlichkeit vorenthalten. Ernsthaft Interessierten gewährt er jedoch gerne Einblick in seinen Hörraum und lädt sie auf Wunsch auch zu einer Vorführung ein.

 

Der High-Ender ist ein Politiker. Wie überall gibt es auch in der High-End-Szene unterschiedliche Lager. Die persönlichen Meinungen bezüglich Klanggeschehen, Design und technischen Konzepten gehen oft sehr weit auseinander. Hier vertritt der echte High-Ender seinen Standpunkt mit Überzeugung, ohne jedoch das Gehör für die Ansichten der Kontrahenten zu verlieren. Schliesslich bleibt das Ziel immer das selbe, aber Wege dahin gibt es unzählige.

 

Der High-Ender ist redegewandt. Ständig muss er Unwissenden den Kern der Sache erläutern, chronischen Zweiflern die Existenz immenser Klangunterschiede beweisen sowie Neueinsteigern das Gespür für die Bedeutung feinster Musikdetails beibringen. Er tut dies mit Freude, Einfühlungsvermögen und Beharrlichkeit.

 

Der High-Ender gehört zu einer gefährdeten Spezies. Billigprodukte, neue Kommunikationsmittel wie Internet und stetig sinkender Qualitätsanspruch der Masse setzen der Szene arg zu. Aussterben wird er jedoch nie, solange es Menschen gibt, die Musik als Emotion wahrnehmen und hinsichtlich deren Wiedergabe nach Perfektion streben.